Spielmannszug Varl
- 75 Jahre und kein bisschen
leise -
Ein Marsch oder ein Fest ohne Musik, in aller Stille, ist für die Varler undenkbar! Das war auch schon 1929 so, als die Schützengilde gegründet wurde. Und so entstand recht schnell der Wunsch nach einem Spielmannszug.
Vor allem ist hier Heinrich
Meinking, Varl 106, zu erwähnen, der den Varlern den Wunsch erfüllte
und einen eigenen Spielmannszug zusammenstellte. Gemeinsam mit W. Behring
aus Rahden (Trommel) bildete Heinrich Meinking die Varler zu Spielleuten
aus. Die ersten Übungsabende fanden in der Bäckerei von F. A.
Wagenfeld, Varl 71, statt. Das erste eingeübte Musikstück hieß
"Weidmannsheil", der auch heute noch im Varler Spielmannszug gespielt wird.
So bekommt der Marsch mit diesem Hintergrundwissen für die Spielleute
eine ganz eigene historische Bedeutung.
Die Gründungsmitglieder:
Tambourmajor: Heinrich Schwettmann, Varl b. 24
Wilhelm Dreier, Varl 107,
Hermann Droste, Varl 35, Heinrich Klinksiek, Varl 172, Heinrich Meinking,
Varl 106, Wilhelm Molkenbur, Varl 151, Fritz Priesmeier, Espelkamp, Heinrich
Priesmeier, Varl 30, Heinrich Schwettmann, Varl 130, Wilhelm Steinkamp,
Varl 24, Heinrich Wiegmann, Varl 92, Wilhelm Wiegmann, Varl 48
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1930 war es endlich soweit: Auf dem Schützenfest der Varler Schützengilde hatte der Spielmannszug mit seinen 12 Gründungsmitgliedern unter der Stabführung von Heinrich Schwettmann seinen ersten öffentlichen Auftritt. |
Folgende Tambourmajore leiteten
seitdem die Geschicke des Spielmannszuges:
1929 - 1935 Heinrich Schwettmann
1935 - 1939 Gustav Tiemann
1949 - 1950 Fritz Baule aus Twiehausen
1950 - 1961 Wilhelm Dreier
1961 - 1970 Wilhelm Schwettmann
1971 - 1972 Wilhelm Stevener
1972 - 1984 Reinhard Stevener
1984 - 1996 Raimund Rüter
seit 1996 Malin Schwettmann
In all diesen Jahren
war es mal lauter und mal leiser um die Varler Spielleute. So brachte der
2. Weltkrieg eine längere Zwangspause.
Nach der Wiedergründung in den ersten Nachkriegsjahren wurde noch in den Bäckereiräumen von F. A. Wagenfeld, später dann bei den jeweiligen Festwirten der Schützengilde geprobt.
In den 50er Jahren
wurde es durch einen vergrößerten Klangkörper
(Becken, gr. Trommel , Lyra)
lauter im Spielmannszug.
1953 war das Jahr
der „großen Fusion"! Der Kontakt zu dem Hollweder Schützenverein
bestand durch aktive Mitglieder der Hollweder im Varler Spielmannszug schon
länger. In dem Jahr war es soweit, die Varler spielten erstmals auf
dem Hollweder Schützenfest, und das ist bis heute so geblieben. Aus
einem traditionellen und kameradschaftlichen Zusammenwirken ist eine herzliche
Freundschaft geworden, die nun schon über 50 Jahre hält und von
beiden Seiten sehr gepflegt wird. Immer noch kommt ein Teil der Varler
Mitglieder aus der Hollweder Gegend. Und deshalb schmunzeln die Spielleute
und sind sehr stolz, wenn in Hollwede gesagt wird:
"Unser Spielmannszug - der
Varler Spielmannszug!"
Seit den 50er Jahren gibt es noch eine weitere alljährliche, kameradschaftliche Veranstaltung zweier Vereine: Das Maikonzert am Schnakenpohl wird von den Spielmannszügen Varl und Varlheide gemeinsam organisiert. Bei Bier, Bratwurst und mehr wird am 1. Mai musiziert, um die bevorstehende "Saison" zu eröffnen.![]()
Erster Auftritt des Spielmannszuges 1953 in Hollwede
Der Spielmannszug Varl im
Jahre 1958.
1972 wurde es wieder lauter um den Spielmannszug! Der damalige Tambourmajor Wilhelm Stevener konnte gemeinsam mit seinem Sohn Reinhard Stevener sowie Friedrich Bommelmann und Erhard Molkenbur durch gezielte Werbung 15 Jugendliche für die Mitgliedschaft begeistern. Frischer Wind kam auf!
"Frisches Denken für
frische Musik". So ähnlich kann man wohl die nun folgende Entwicklung
des Spielmannszuges bezeichnen. Unter der Leitung des damaligen Vorsitzenden
Reinhard Stevener wurde der Notenausbildung ein neuer Stellenwert beigemessen.
Noten lösten die Grifftabellen ab. Damit erschloss sich dem Spielmannszug
eine viel größere Auswahl an Musikstücken.
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Tambourmajor Reinhard Stevener in Aktion während des Schützenfestes 1974
1980 knüpfte
man die ersten Kontakte und 1982 trat der Spielmannszug ganz offiziell
dem Kreisverband Minden-Lübbecke des Volksmusikerbundes bei. Seit
dieser Zeit nehmen die Spielleute regelmäßig an den angebotenen
Lehrgängen teil. Das ist gerade bei der Ausbildung neuer Mitglieder
sehr wichtig, um Grundkenntnisse weiter auszubauen und zu sichern. Die
Sicherung von Wissen, aber auch das Gewinnen von neuen Ideen und Können
helfen dem Spielmannszug sein musikalisches Niveau zu halten.
1982 kamen plötzlich ganz "neue Töne" hinzu. Endlich traten erstmals auch Mädchen dem Spielmannszug bei, welches zu einer musikalischen wie auch optischen Aufwertung beitrug!
Im Jahre 1984 übernahm
Raimund Rüter die Stabführung und damit auch den Vorsitz im Spielmannszug.
Die Leitung des Spielmannszuges wurde auf drei Personen aufgeteilt. Neben
Raimund Rüter setze sich dieses "Trio" noch aus Erhard Molkenbur und
Manfred Griepenstroh zusammen.
Was in den 70er Jahren als
„frisches Denken" begann, wurde von diesen drei Spielleuten weiterentwickelt
und ausgebaut, so dass z. B. die Lehrgänge des VMB's auch heute noch
zur festen Grundausbildung des Nachwuchses gehören. Und mit diesem
stetigen frischen Wind wuchs auch die Zahl der Spielleute weiter.
In dieser Zeit wurde die auch noch heute bestehende Freundschaft zu dem Spielmannszug aus Assel bei Stade geknüpft. Auch das Oktoberfest des Spielmannszuges, das im letzten Jahr erstmals als eine Halloween Party gefeiert wurde, stammt aus den Tagen dieses Trios.
Raimund Rüter gab den
Tambourstab im Jahre 1996 an seine Nachfolgerin Malin Schwettmann
weiter. Heute finden unsere Übungsabende in der Varler Schießhalle
statt.
Derzeit besteht der Spielmannszug
Varl aus 52 Mitgliedern.
Durch regelmäßige
Neuausbildung von Jugendlichen konnten wir diese Zahl in den vergangenen
Jahren sehr konstant halten. Seit 2 Jahren werben wir mit einen „Tag der
offenen Tür“ für unsere „Sache", um immer wieder neue Mitglieder
für den Spielmannszug zu begeistern.
Mindestens genauso wichtig
ist uns aber auch unser stabiles Fundament aus „alten Flötenfüchsen
und Trommlertrollen", die durch ihre jahrelange Erfahrung zum Einen das
musikalische Niveau sichern, zum Anderen durch ihre Kameradschaft unserem
Verein seinen Charakter geben.
Generell spielt im Spielmannszug die Geselligkeit neben der Musik eine große Rolle. Weihnachtsfeiern, Beachvolleyball oder Bosselturnier sind Beispiele, wie wir diese neben den öffentlichen Auftritten pflegen. Natürlich gehören auch die Besuche bei unseren befreundeten Musikzügen in Assel (bei Stade) oder in Birkland (Bayern), aber auch Fahrten, wie z. B. zum 6 Tage Rennen nach Bremen, dazu.
Musikalisch setzt sich der Spielmannszug aus 1., 2., 3, Diskant , Alt und Tenorstimme sowie dem Schlagwerk (Trommel, gr. Trommel, Becken und Lyra) zusammen, so dass wir auf ein breites Repertoire an Musikstücken zurückgreifen können.
Einige unserer Spielleute wirken auch im Kreisjugendspielmannszug des Volksmusikerbundes mit, der z. B. auch auf dem 1. Bundesmusikfest in Trier und auch auf dem letzten in Friedrichshafen am Bodensee aufgetreten ist.
Die Interessen und Aufgabenbereiche
sind innerhalb des Spielmannszuges also breit gefächert. Dem entsprechend
setzt sich auch unser Vorstand aus einem Team von 10 Leuten zusammen:
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Leiterin und
stellvertr. Stabführerin
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Malin Schwettmann | |
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Stellv. Leiterin
und Stabführerin
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Dörte Beutner | |
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Musikalischer Leiter
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Erhard Molkenbur | |
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Stellv. musikal.
Leiter und musikal. Ausbilder
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Wilfried Droste | |
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Musikalische
Ausbilderin
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Sonja Metz | |
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Kassierer und stellv. Uniformwart
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Jörn Stevener | |
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Stellv. Kassiererin
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Nina Wehbrink | |
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Chronistin u.
Schriftführerin
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Katrin Röhe | |
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Instrumenten-
u. Uniformwart
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Corinna Eikenhorst |
v. l.: Corinna Eikenhorst, Nina Wehbrink, Jörn Stevener, Sonja Metz, Wilfried Droste,
Malin Schwettmann, Erhard Molkenbur, Dörte Beutner, Katrin Röhe
Diese Teamarbeit macht unsere
Aufgabe, einen traditionellen Verein mit dem modernen Hobby zu verbinden,
einfacher. Das sind die neuen Herausforderungen an den heutigen Spielmannszug.
Stets nach dem Motto: Gemeinsam sind wir stark!
Das gilt für die Musik
der Spielleute wie für die Kameradschaft der Gilde.
75 Jahre und kein bisschen
leise!
Wir wünschen uns und
vor allem unser Schützengilde, dass es auch in Zukunft „laut“ weitergeht
und dass es lange noch nicht still wird!
Der Spielmannszug am 18. Mai 2007