Spielmannszug Varl
- 85 Jahre und kein bisschen leise -



Ein Marsch oder ein Fest ohne Musik, in aller Stille, ist für die Varler undenkbar! Das war auch schon 1929 so, als die Schützengilde gegründet wurde. Und so entstand recht schnell der Wunsch nach einem Spielmannszug.

Vor allem ist hier Heinrich Meinking, Varl 106, zu erwähnen, der den Varlern den Wunsch erfüllte und einen eigenen Spielmannszug zusammenstellte. Gemeinsam mit W. Behring aus Rahden (Trommel) bildete Heinrich Meinking die Varler zu Spielleuten aus. Die ersten Übungsabende fanden in der Bäckerei von F. A. Wagenfeld, Varl 71, statt. Das erste eingeübte Musikstück hieß "Weidmannsheil", der auch heute noch im Varler Spielmannszug gespielt wird. So bekommt der Marsch mit diesem Hintergrundwissen für die Spielleute eine ganz eigene historische Bedeutung.
 

Die Gründungsmitglieder:

Tambourmajor: Heinrich Schwettmann, Varl b. 24

Wilhelm Dreier, Varl 107, Hermann Droste, Varl 35, Heinrich Klinksiek, Varl 172, Heinrich Meinking, Varl 106, Wilhelm Molkenbur, Varl 151, Fritz Priesmeier, Espelkamp, Heinrich Priesmeier, Varl 30, Heinrich Schwettmann, Varl 130, Wilhelm Steinkamp, Varl 24, Heinrich Wiegmann, Varl 92, Wilhelm Wiegmann, Varl 48
 
 
1930 war es endlich soweit: Auf dem Schützenfest der Varler Schützengilde hatte der Spielmannszug mit seinen 12 Gründungsmitgliedern unter der Stabführung von Heinrich Schwettmann seinen ersten öffentlichen Auftritt.

Folgende Tambourmajore leiteten seitdem die Geschicke des Spielmannszuges:
 

1929 - 1935  Heinrich Schwettmann
1935 - 1939  Gustav Tiemann
1949 - 1950  Fritz Baule aus Twiehausen
1950 - 1961  Wilhelm Dreier
1961 - 1970  Wilhelm Schwettmann
1971 - 1972  Wilhelm Stevener
1972 - 1984  Reinhard Stevener
1984 - 1996  Raimund Rüter
1996 - 2010  Malin Hackemeier geb. Schwettmann
seit 2010  Dörte Beutner aus Twiehausen


In all diesen Jahren war es mal lauter und mal leiser um die Varler Spielleute. So brachte der 2. Weltkrieg eine längere Zwangspause.

Nach der Wiedergründung in den ersten Nachkriegsjahren wurde noch in den Bäckereiräumen von F. A. Wagenfeld, später dann bei den jeweiligen Festwirten der Schützengilde geprobt.

In den 50er Jahren wurde es durch einen vergrößerten Klangkörper
(Becken, gr. Trommel , Lyra) lauter im Spielmannszug.

1953 war das Jahr der „großen Fusion"! Der Kontakt zu dem Hollweder Schützenverein bestand durch aktive Mitglieder der Hollweder im Varler Spielmannszug schon länger. In dem Jahr war es soweit, die Varler spielten erstmals auf dem Hollweder Schützenfest, und das ist bis heute so geblieben. Aus einem traditionellen und kameradschaftlichen Zusammenwirken ist eine herzliche Freundschaft geworden, die nun schon über 50 Jahre hält und von beiden Seiten sehr gepflegt wird. Immer noch kommt ein Teil der Varler Mitglieder aus der Hollweder Gegend. Und deshalb schmunzeln die Spielleute und sind sehr stolz, wenn in Hollwede gesagt wird:
"Unser Spielmannszug - der Varler Spielmannszug!"
 


Erster Auftritt des Spielmannszuges 1953 in Hollwede
Seit den 50er Jahren gibt es noch eine weitere alljährliche, kameradschaftliche Veranstaltung zweier Vereine: Das Maikonzert am Schnakenpohl wird von den Spielmannszügen Varl und Varlheide gemeinsam organisiert. Bei Bier, Bratwurst und mehr wird am 1. Mai musiziert, um die bevorstehende "Saison" zu eröffnen.


Der Spielmannszug Varl im Jahre 1958.

1972 wurde es wieder lauter um den Spielmannszug! Der damalige Tambourmajor Wilhelm Stevener konnte gemeinsam mit seinem Sohn Reinhard Stevener sowie Friedrich Bommelmann und Erhard Molkenbur durch gezielte Werbung 15 Jugendliche für die Mitgliedschaft begeistern. Frischer Wind kam auf!

"Frisches Denken für frische Musik". So ähnlich kann man wohl die nun folgende Entwicklung des Spielmannszuges bezeichnen. Unter der Leitung des damaligen Vorsitzenden Reinhard Stevener wurde der Notenausbildung ein neuer Stellenwert beigemessen. Noten lösten die Grifftabellen ab. Damit erschloss sich dem Spielmannszug eine viel größere Auswahl an Musikstücken.
 


Tambourmajor Reinhard Stevener in Aktion während des Schützenfestes 1974


1980 knüpfte man die ersten Kontakte und 1982 trat der Spielmannszug ganz offiziell dem Kreisverband Minden-Lübbecke des Volksmusikerbundes bei. Seit dieser Zeit nehmen die Spielleute regelmäßig an den angebotenen Lehrgängen teil. Das ist gerade bei der Ausbildung neuer Mitglieder sehr wichtig, um Grundkenntnisse weiter auszubauen und zu sichern. Die Sicherung von Wissen, aber auch das Gewinnen von neuen Ideen und Können helfen dem Spielmannszug sein musikalisches Niveau zu halten.

1982 kamen plötzlich ganz "neue Töne" hinzu. Endlich traten erstmals auch Mädchen dem Spielmannszug bei, welches zu einer musikalischen wie auch optischen Aufwertung beitrug!

Im Jahre 1984 übernahm Raimund Rüter die Stabführung und damit auch den Vorsitz im Spielmannszug. Die Leitung des Spielmannszuges wurde auf drei Personen aufgeteilt. Neben Raimund Rüter setze sich dieses "Trio" noch aus Erhard Molkenbur und Manfred Griepenstroh zusammen.
Was in den 70er Jahren als „frisches Denken" begann, wurde von diesen drei Spielleuten weiterentwickelt und ausgebaut, so dass z. B. die Lehrgänge des VMB's auch heute noch zur festen Grundausbildung des Nachwuchses gehören. Und mit diesem stetigen frischen Wind wuchs auch die Zahl der Spielleute weiter.

In dieser Zeit wurde die auch noch heute bestehende Freundschaft zu dem Spielmannszug aus Assel bei Stade geknüpft. Auch das Oktoberfest des Spielmannszuges, das im letzten Jahr erstmals als eine Halloween Party gefeiert wurde, stammt aus den Tagen dieses Trios.

Raimund Rüter gab den Tambourstab im Jahre 1996 an seine Nachfolgerin Malin Schwettmann weiter.
Zwischen Mitte und Ende der 90iger Jahre stiegen die Mitgliederzahlen. Auch aus dem Bezirk
Hollwede konnten wir einige neue Spielleute dazu gewinnen, so dass der Spielmannszug über mehrere Jahre ca. 55 Mitglieder zu verzeichnen hatte.
Da sich auch das Repertoire erweiterte, zu der Marschmusik auch Konzertstücke einstudiert wurden,
war es an der Zeit Notenständer und Notenkoffer anzuschaffen, um diese Musikstücke bei Auftritten auch der Öffentlichkeit präsentieren zu können.

Im Jahre 2004 feierte der Spielmannszug, zusammen mit der Schützengilde das 75-jährige Jubiläum.
Am Schützenfestsamstag fand daher das Kreisspielmannszugs-Treffen in Varl statt.

Der Spielmannszug am 18. Mai 2007

Auch das 80-jährige Bestehen wurde im Jahr 2009 als Oktoberfest bei Planwagen Wiehe gefeiert, zusammen mit dem Spielmannszug aus Assel, den befreundeten Spielmannszügen aus der Nachbarschaft, natürlich dem Schützenverein aus Hollwede, einigen ehemaligen Mitgliedern und vielen Varler Schützen.


2009: Oktoberfest zum 80-jährigen Bestehen

Seit 2010 hat Dörte Beutner den Vorsitz des Spielmannszuges. Die Stabführung hatte Sie bereits im Jahre 2005 von Malin Schwettmann übernommen.

Die Übungsabende finden seit mehr als 40 Jahren  in der Varler Schießhalle statt.
Derzeit besteht der Spielmannszug Varl aus 35 Mitgliedern.
Jedes Jahr beginnt ein Kurs für Neuanfänger im Alter ab 8 Jahren.
Seit 2 Jahren beteiligt sich der Spielmannszug auch mit einer Stunde in der Woche an der Offenen Ganztagsgrundschule, um den Kindern die Instrumente und die Musik vorzustellen.
Ohne Nachwuchs funktioniert es nicht, aber mindestens genauso wichtig ist das stabile Fundament aus „alten Flötenfüchsen und Trommlertrollen", die durch ihre jahrelange Erfahrung zum Einen das musikalische Niveau sichern, zum Anderen durch ihre Kameradschaft unserem Verein seinen Charakter geben.

Musikalisch setzt sich der Spielmannszug aus 1., 2., 3, Diskant , Alt  und Tenorstimme sowie dem Schlagwerk (Trommel, gr. Trommel, Becken und Lyra) zusammen, so dass wir auf ein breites Repertoire an Musikstücken zurückgreifen können.
Zu den größten Auftritten gehörte bislang das Kreismusikfest in der Kampahalle in Minden im Jahre 2007 und 2012, aber es gab auch schon viele andere besondere Momente. Und auch die jährlichen Schützenfeste werden immer wieder zu echten Highlights, die nie vergessen werden.

Generell spielt im Spielmannszug die Geselligkeit neben der Musik eine große Rolle. Weihnachtsfeiern, Fahrradtouren oder Grillabende sind Beispiele, wie wir diese neben den öffentlichen Auftritten pflegen. Natürlich gehören auch die Besuche bei unseren befreundeten Musikzügen in Assel (bei Stade) oder in Birkland (Bayern), aber auch ein Probewochenende, dazu.

Die Interessen und Aufgabenbereiche sind innerhalb des Spielmannszuges breit gefächert. Dem entsprechend setzt sich auch unser Vorstand aus einem Team von 9 Leuten zusammen:

Leiterin
Dörte Beutner
1. Geschäftsführerin
Sonja Metz
2. Geschäftsführerin Katrin Röhe
Stabführerin Dörte Beutner
stellv. Stabführerin Malin Hackemeier
Musikalische Leiterin
Sonja Metz
Stellv. musikal. Leiter
Erhard Molkenbur
2. stellv. musikalische Leiterin
Stefanie Krohne
Kassierer
Jörn Stevener
Stellv. Kassiererin
Nina Wehbrink
Instrumenten- / Materialwartin
Corinna Eikenhorst


v. l.: Katrin Röhe, Erhard Molkenbur, Sonja Metz, Jörn Stevener, Dörte Beutner,
Nina Wehbrink, Corinna Eikenhorst, Stefanie Krohne und Malin Hackemeier

Diese Teamarbeit macht unsere Aufgabe, einen traditionellen Verein mit dem modernen Hobby zu verbinden, einfacher. Das sind die neuen Herausforderungen an den heutigen Spielmannszug. Stets nach dem Motto: Gemeinsam sind wir stark!
Das gilt für die Musik der Spielleute wie für die Kameradschaft der Gilde.